Zukunftsmodell Klima Gebietsbeschreibung Hirschkäferverbreitung Hirschkäferwetter Zukunftsprojekte

Projektdarstellungen

Übersichtskarte traditionelles Modell
Hirschkäferwald Alf
Hirschkäferwald Bullay
Wohnungsbau Arrasblick 2009
Wohnungsbau Moseltor 2012

Zukunftsprojekte

Projektmaßnahmen in Alf und Bullay

Ansatz

  1. Wir nehmen die Verbreitungssituation des Hirschkäfers so an, wie sie ist und wie sie sich in der Natur darstellt! Hirschkäfer haben in Alf und Bullay nachhaltige Vorkommen im Offenland; es bestehen aber durchaus noch Kontakte zum Wald.
  2. Hirschkäfer lieben Bäume und Sträucher in allen Altersklassen, Entwicklungsstadien und Örtlichkeiten. Sie kennen den Waldbegriff nicht. Aber sie meiden dunkle, geschlossene Waldungen, wo ein Wärmedefizit vorherrscht!
  3. Hirschkäfer sind an bestimmte Habitatstrukturen gebunden. Diese müssen über längere Zeiträume (Jahrzehnte) möglichst konstant sein. Wärme im Oberbodenbereich, bedingt durch die Sonneneinstrahlung, spielt eine besondere Rolle!

Ziel

Die aufgestellten Thesen zum Insekt des Jahres 2012 in Berlin -hier vor allem die Begrifflichkeit einer waldgebundenen Art- sind für unsere Arbeit nicht unbedingt hilfreich, ja sogar schädlich. Diesem Denkansatz werden wir in Alf und Bullay entgegenwirken und unser Zukunftsmodell "Hirschkäfer in der Kulturlandschaft" nach außen tragen.

Wir versuchen aus unserer örtlichen Erfahrung in Alf und Bullay heraus, dem Zukunftsmodel "Hirschkäfer in der Kulturlandschaft" Hilfestellungen geben, ohne dabei dramatische Verbotsszenarien zu entwickeln und auch nicht mit einem stets weinenden Blick in die Vergangenheit zu schauen. Wir möchten konstruktive Maßnahmen zum Schutz des Hirschkäfers selbst und seiner natürlichen Habitatstrukturen anregen und umsetzen. Durch den Schutz des Käfers und seiner Habitatstrukturen sollte eine positive Entwicklung der Art und des Vorkommens in der Zukunft gewährleistet werden können.

Was ist bisher geschehen?

Im Jahr 2000 wurde im Gebiet um die Ortschaften Alf und Bullay sowie den angrenzenden Gemeinden ein groß angelegter Maßnahmenblock als naturschutzfachlicher Ausgleich (Ersatzmaßnahme) für Eingriffe beim Bau einer Pipeline durchgeführt. Unter anderem auch ein Förderprojekt für den Hirschkäfer. Hierbei wurde sich am damaligen Wissensstand orientiert.


Der Hirschkäferwohnungsbau (durch künstlich angelegte Brutstätten im geschlossenen Wald) und die Auswahl von Habitatbäumen orientierte sich damals ausschließlich am traditionellen Wissen über eine waldgebundenn Art sowie den damit einhergehenden Publikationen von Tochtermann (Allgemeine Forstzeitschrift 1987/1992). Diese traditionelle Model konzentrierte sich dabei ausschließlich auf den Lebensraum "Eichenwald".


Dieses Maßnahmenpaket muss aus heutiger Sicht -bezogen auf den Hirschkäfer- bisher als unwirksam bewertet werden. Auch wir wurden in unserem Denkansatz fehlgeleitet! Aus wissenschaftlichen Gründen werden wir diese Anlagen (Hirschkäferwohnungen im geschlossenen Waldbereich) als Referenzflächen weiter überwachen. Einzelne Wohnungen können ggf. in das neue Konzept mit einbezogen werden.


In den Folgejahren wurden in Alf und Bullay nur noch wenige Hirschkäferwohnungen angelegt, und wenn, dann immer noch im Wald und im Glauben an die traditionelle Lehren über eine waldgebundene Art.


Seit 2006 erfolgen einzelne Anlagen der künstlichen Hirschkäferbrutstätten im Offenland, auf Grundlage der Auswertung unserer Studien von 2002 bis 2005 im Bereich der Ortschaften Alf und Bullay. Berücksichtigung finden dabei die Artennachweise des Hirschkäfers im Offenlandbereich, die ein abweichendes Bild zur traditionellen, eher waldgebundenen Art zeigen. 


(Zwischen 2006 und 2011 wurden verstärkt Untersuchungen zu den Entwicklungsbedingungen in den Brutstätten selbst vorgenommen. Dabei haben wir wichtige neue Erkenntnisse gewonnen.)

Was wollen wir tun?

Wir wollen in Alf und Bullay ein stabiles Netzwerk von Hirschkäferwohnungen anbieten, sowie einen nachhaltigen Kontakt zum Wald sicherstellen. Nicht mehr und nicht weniger. Ausbau der Hirschkäferstation Mittelmosel mit dem Ziel der Umweltbildung und Grundlagenforschung. 


Wir haben derzeit keine Angst, dass Hirschkäfer in Alf und Bullay akut gefährdet sind, sehen aber auch für Hirschkäfer im Offenland die höhere Gefahr der zufälligen Zerstörung seiner Lebensräume. Diese Gefahr wird durch den offiziellen Tenor zum Insekt des Jahres wieder verstärkt.

Hirschkäferwälder

Derzeit gestalten wir in Alf-Fabrik und Bullay zwei Hirschkäferwälder, um sichere Waldressourcen zu schaffen bzw. zu erhalten. 


Über einen Dritten wird derzeit noch verhandelt, hier könnte ein Brückenschlag in einen sonnenexponierte Niederwaldhang gelingen!

Hirschkäferwohnungen

In Bullay, Alf, Alf-Fabrik und Höllenthal werden wir Hirschkäferwohnungen der neuen Bauweise anlegen, um sichere Offenlandressourcen zu erhalten.

Hirschkäferstation Mittelmosel

Die Hirschkäferstation Mittelmosel wird im Forsthaus Alf angesiedelt und wird im Zentrum dieser Aktionen stehen. Von dort werden wir sowohl regional als auch überregional agieren und informieren.